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02.05.2017

Deichschlitzung Lödderitz

Lödderitzer Fort: Altdeich wird geschlitzt

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Startschuss für die größte Deichrückverlegung in Deutschland: Die Bundesumweltministerin Barabara Hendricks (SPD) war eigens aus Berlin in den Lödderitzer Forst gereist, um gemeinsam mit Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), Umweltministerin Claudia Dalbert (Grüne) und Vertreter des Projektträgers, der  Umweltorganisation WWF,  den offiziellen Spatenstich zu vollziehen.

 

„Mit diesem Projekt bringen wir unser Ziel, den Flüssen mehr Raum zu geben, ein gutes Stück voran“, sagte die Bundesumweltministerin.  Die neu gewonnene Überflutungsfläche werde beim nächsten großen Hochwasser zu einer Absenkung des Wasserpegels führen.  Nach Angaben der Landesregierung dürfte der Pegelstand zwischen Lödderitz und Aken im Fall eines neuen Hochwassers um bis zu 28 Zentimeter niedriger sein als bisher. 

Mitarbeiter der Bickhardt Bau Niederlassung Sangerhausen werden den Altdeich nun in zehn Abschnitten schlitzen und Bereiche  von 100 bis 650 Metern zurückbauen. Von dem rund 5.300 Meter langen Erdwall werden etwa 2.800 Meter stehen bleiben , die im Hochwasserfall auch vom Wild als Rettungsflächen genutzt werden könnten. Darüber hinaus müssen 8.250 Quadratmeter Spundbohlen gezogen werden, mit denen der Deich nach dem Hochwasser im Jahre 2001 verstärkt wurde. Mit der Deichschlitzung geht ein fast 16 Jahre währendes Hochwasserschutzprojekt in seine Endphase. Beim Bau des neuen 7,3 Kilometer langen Deichs waren bereits die Erdbauspezialisten aus Sangerhausen in den Jahren 2013 bis 2016 an zwei  Baulosen tätig.

Durch den Rückbau wird ein großer Teil des Auenwaldes wieder an den Überflutungszyklus der Mittleren Elbe angeschlossen. In dem fast 5.800 Hektar Abschnitt zwischen Dessau und der Saalemündung ist die Elbe als schiffbarer, aber nicht gravierend ausgebauter Fluss mit seiner einzigartigen und naturnahen Stromtalaue erhalten geblieben. Im Lödderitzer Forst befindet sich ein zentraler Teil des größten zusammenhängenden Auenwaldkomplexes Mitteleuropas.  Es ist ein national und international bedeutsames Brut-, Rast- und Durchzugsgebiet für zahlreiche Vogelarten.